Ich: „Also ich werde definitiv Toni wählen.“

Beste Freundin: „Echt? Aber der stellt sich bei der Heute-Show immer so doof an.“

Bester Freund: „Er gibt sich ja Mühe, aber ihm fehlt einfach das natürliche Charisma von Cem oder Habeck, so kriegt man keine Stimmen.“

Typ, der im Hintergrund vorbei läuft: „Und seine Frisur ist blöd!“

Autsch.

Kritik an Dr. Anton Hofreiter (46 Jahre, seit 2013 Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion, Sternzeichen Wassermann, promovierter Biologe, im folgenden liebevoll Toni genannt) bezieht sich aus mysteriösen Gründen selten auf seine inhaltlichen Positionen. Klar, er ist jetzt nicht unbedingt der offensichtliche Publikumsliebling, der Sunnyboy, der alle sofort auf seine Seite zieht.

Aber er ist etwas viel besseres. Nämlich ein ehrlicher, vernünftiger, linker, seine Positionen gut durchdenkender Politiker, dem vor allem urgrüne Themen am Herzen liegen. Wer bei den Grünen eingetreten ist, weil er*sie Nachhaltigkeit, Umwelt-, Tier- und Klimaschutz für absolut notwendig hält, dann ist Toni der überzeugendste Urwahlkandidat.

Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels erleben wird und die letzte die etwas dagegen tun kann“ ist eine von ihm häufig getätigter Ausspruch, so häufig, dass zumindest ich ihn inzwischen mitsprechen kann, aber er verliert dadurch ja nicht an seiner Wahrheit. Davon, dass dazu nicht nur die Einhaltung von Klimaabkommen, Abgasemissionsreduktion und die Energiewende notwendig sind, sondern auch ein Überdenken unseres Konsumverhalten besonders der Ernährung nötig ist, schreibt Toni nicht nur auf seiner Internet- und Facebookseite sondern auch in seinem Buch „Fleischfabrik Deutschland“. Der Mann, der sich selbst als „der Öko“ bezeichnet, erzählt gerne und leidenschaftlich, von seiner Zeit in Südamerika und dem Leid der dortigen Kleinbauern, die vertrieben und ermordet werden um ihr Land für den Anbau von Futter für die europäische Massentierhaltung zu nutzen. Er weiß also tatsächlich wovon er redet.

Allerdings ist es nicht so, dass Toni keine anderen Themen kennt. Er kann auch mühelos Brücken von europäischer Landwirtschaft, die die Wirtschaft in Entwicklungsländern ruiniert, zu Fluchtursachen schlagen und somit wichtige Zusammenhänge aufzuzeigen, die Anderen das Verstehen komplexer Zusammenhänge erleichtert.

Einer seiner größeren Erfolge in diesem Jahr, war die Aufnahme der Vermögenssteuer für Superreiche ins Bundestagswahlprogramm, wofür er sich zusammen mit Simone Peters schon länger ausgesprochen hat. Soziale Gerechtigkeit ist ein wichtiges Thema für Toni, der der Meinung ist, dass Freiheit nicht das Recht des Stärkeren ist, das Ehegattensplitting ablehnt (und persönlich der Meinung ist, dass der Staat nichts in privaten Beziehungen verloren hat, weshalb er auch nicht verheiratet ist) und sich gegen die Diskriminierung von FIT*, LGBTIQ* und Minderheiten einsetzt.

Als guter Grüner fordert er natürlich auch die Legalisierung von Cannabis und erzählt gerne auch ungefragt davon, dass er ja auch, als er jünger war, gekifft hat. Wie kann man ihn also nicht mögen? Der Mann, dem immer noch wahnsinnig peinlich ist, dass er von 2005 bis 2014 die Steuern für seine Zweitwohnung in Berlin nicht gezahlt hat, weil er verpennt hat, sie anzumelden (die 2475 Euro zahlte er sofort nach), der frei von der Leber weg Aussagen wie „Wer sich an sein 18. Lebensjahr erinnert, hat was falsch gemacht.“ und „Claudia Roth ist unsere Geheimwaffe, um spießige, brave, ältere, konservative Herren umzudrehen und sie ist auch sehr gut darin.“ tätigt, nach Urwahlforen zwei Mitglieder der Grünen Jugend etwas besorgt fragt ob er denn Quatsch erzählt hätte (worauf diese nur wahrheitsgemäß den Kopf schütteln und „Nein, natürlich nicht.“ sagen, aber nicht viel mehr, weil, himmelherrgott, es ist TONI HOFREITER, das verschlägt einem schon mal die Sprache) und vor allem aber der der Meinung ist, dass man nicht um jeden Preis regieren muss, sondern nur wenn echte politische Veränderungen möglich sind.

Das war jetzt ein sehr langer Satz. Und damit ist mein Plädoyer auch schon fast am Ende.

Es gibt noch ein zwei Dinge, die ich und der Rest des #TeamToni uns wünschen würden. Vielleicht mal bei allem Gerede über Massentierhaltung auf die Vorteile einer fleisch- oder tierproduktlosen Ernährung hinweisen und beim Sprechen so schön gendern wie in Texten. Ansonsten, bleib so wie du bist, aber immer daran denken: ein bisschen linker ist schadet nie 😉

Fazit: Warum also Toni? Wenn ihr euch einen Kandidaten wünscht, der grüne Grundwerte leidenschaftlich vertritt und schöne, schnörkellose, links-grüne Politik macht, dann ist er für euch einfach die allerbeste Wahl.

Für alle, die immer noch denken, dass Toni keine tollen Reden halten kann (mensch beachte auch den coolen Regenbogenanstecker und den harten Diss gegen Frauke Petry): https://www.youtube.com/watch?v=M4oQDXWTDfk (Rede vom Länderrat 2016)

Für alle, die etwas kurzes, lustiges lesen wollen: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/27/anton-hofreiter-die-gruenen (99 Fragen mit Anton Hofreiter)

Für alle, die zu faul sind die 99 Fragen zu lesen, hier ein Video mit einem Teil der Fragen: https://www.youtube.com/watch?v=enbLA6lex5I

Für alle, die sich noch mehr informieren wollen: http://www.toni-hofreiter.de

 

Klara Stock